Abfallmanagement in der Colonia Carlos Pellegrini

Abfallmanagement in der Colonia Carlos Pellegrini

CnaCarlosPellegriniEinführung eines integrierten Abfallmanagementsystems in dem Naturresservat „Esteros de Iberá“.

Colonia Carlos Pellegrini ist eine kleine Gemeinde, gelegen im Zentrum des Feuchtbiotops, der Esteros de Iberá in der Provinz Corrientes, im Norden Argentiniens. Die Gemeinde hat 1.000 Einwohner und empfängt jährlich knapp 30.000 Touristen. Damit verbunden ist die wirtschaftliche Haupteinkommensquelle der Gemeinde: der Tourismus. Das Naturreservat wurde international als RAMSAR-Feuchtgebiet eingestuft und ist das zweitgrößte Süßwasserreservoir Südamerikas. Darüberhinaus sind „die Esteros“ unter Naturfreunden ein international bekannter Ort um Flora und Fauna zu beobachten.Basural_CCP_1

Die große Zahl der Besucher, die jährlich das Gebiet besuchen, führt zu einem deutlich erhöhten Aufkommen von Abfällen und Abwässern. Bis 2014 hatte die Gemeinde Colonia Carlos Pellegrini weder eine Infrastruktur zur Müllsammlung, noch zur kontrollierten Entsorgung der Abfälle auf einer Mülldeponie. Die Abfälle wurden entweder von den Einwohnern in ihrem Garten verbrannt oder auf die offene Müllhalde am Rande der Lagune gebracht. Nur wenige Hotels trennten bereits ihre Abfälle und brachten die wiederverwertbaren Stoffe, wie Glas- oder Plastikflaschen in die nächstgelegene Stadt,  die 120km entfernt ist, und größtenteils nur über Erdweg zu erreichen ist. Die Verschmutzung der Umgebung, in direkter Nähe der Lagune, durch Sickerabwässer und die Gas- und Rauchentwicklung war auch für den Touristen offensichtlich und stellte eine Bedrohung für die wichtigste Einkommensquelle der Gemeinde dar.

2013 unterschrieb die Manos Verdes Stiftung mit der Gemeinde Colonia Carlos Pellegrini einen Kooperationsvertrag um ein integriertes Konzept für Abfallmanagement für den Ort zu entwickeln und die Müllhalde unter offenem Himmel zu beseitigen. Dazu zählte auch Einrichtung einer lokalen Anlage für Müllsortierung und Kompaktierung der getrennten Wertstoffe, wie z.B. PET-Flaschen, Glas, Pappe Karton und Papier, um diese wieder der Recyclingindustrie zurückzuführen.

Darüberhinaus beinhaltet die Kooperation die durchführung bewusstseinsbildender Maßnahmen in der Bevölkerung sowie die Einführung eines Umweltbildungsprogramms in der lokalen Schule.

Ergebnisse des Projektes 2013-2015:

Das Projekt startete Ende 2013 mit einer lokalen Umfrage in der Bevölkerung als erste Maßnahme. Diese ergab das 98% aller Einwohner das Thema Müll als ein dringendes Problem ansahen. Ebenfalls 97% der Einwohner waren bereit ihren Müll in Zukunft getrennt zu sammeln und nicht mehr zu verbrennen. Gemeinsam mit einer Gruppe von über 40 Freiwilligen wurde eine Säuberungsaktion im Dorf durchgeführt, um Abfällem am Straßenrand und auf öffentlichen Plätzen zu entfernen.

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Dank der Unterstützung der Deutschen Botschaft in Buenos Aires konnte ein ehemaliger Schlachthof als Müllsortierungsanlage umgebaut werden. Mit Mitteln der Schweizer Botschaft wurde das die Müllhalde unter offenem Himmel beseitigt. Eine Kooperationsvereinbarung mit dem INTA (Nationalen technologischen Institut für Agrarwissenschaften).CCP_Planta_Nuevo_Web

Im Mai 2015 wurde die Müllsortierungs-anlage sowie die Müllsammlung im Dorf eingeführt. Im September 2015 führe das Team von Manos Verdes in der Schule die zweite Lehrerschulung durch und die Schüler der verschiedenen Jahrgangsstufen besichteten die Müllsortierungsanlage.

DSC01557EineHerausforderung ab 2016 ist nun, kontinuierliche bewusstseinsbildende Maßnahmen in der Bevölkerung und der Schule durchzuführen, sowie über die touristischen Einrichtungen wie Hotels und Ausflugsagenturen die nationalen und internationalen Besucher zu informieren und zu involvieren.

Positives Ergebnis: weitere Nachbargemeinden sind interessiert daran, ebenfalls im Programm mitzuarbeiten und als Netzwerk zu kooperieren.

Um dies zu ermöglichen, benötigen wir weiterhin Ihre Unterstützung als Sponsor oder aktives Mitglied!

 

 

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